„Rücksicht im Verkehr – da geht noch mehr!“ Jahreskampagne des ADFC Rhein-Neckar

 

Immer mehr Menschen treten in die Pedale und noch mehr wollen und würden Rad fahren – wenn sie sich dabei sicher fühlen. Zwar nehmen die Unfallzahlen seit Jahren ab, nur beim Radverkehr stagnieren sie oder steigen sogar an.

 

Rücksicht im Verkehr: Vorstellung der ADFC-Jahreskampagne 2022
Michael Fröhlich, Leiter der Verkehrspädagogik des ADFC Rhein-Neckar, und Bärbel Sauer, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement der Stadt Heidelberg, demonstrieren einen Abstand von 1,50 Meter mittels einer Schwimmnudel. Das ist nicht nur der Abstand, den man in Zeiten der Pandemie zu den Mitmenschen wahren sollte, sondern auch der Mindestabstand, den Autofahrer beim Überholen von Radfahrenden innerorts einzuhalten haben (außerorts: zwei Meter). Links Susanne Niemann, erste Vorsitzende des ADFC Rhein-Neckar. © ADFC Rhein-Neckar

Mit seiner diesjährigen Jahreskampagne „Rücksicht im Verkehr – da geht noch mehr!“ möchte der ADFC Rhein-Neckar die Wahrnehmung auf dieses Thema lenken. Hintergrund ist das Ziel der „Vision Zero“, also ein Straßenverkehr, in dem es keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr gibt.

Michael Fröhlich, Leiter der Verkehrspädagogik des ADFC Rhein-Neckar: „Leider nehmen die Unaufmerksamkeiten und Aggressionen im Straßenverkehr zu und so kommt es zu immer mehr Unfällen und Beinaheunfällen. Verkehr funktioniert am besten, wenn er ein Miteinander ist und alle Verkehrsteilnehmer*innen aufeinander achten. Wenn jeder nicht nur seinen Vorteil sieht, sondern auch die anderen in ihren Bedürfnissen wahrnimmt und respektiert.“

Als Schirmherren der ADFC-Jahreskampagne konnten Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und der Heidelberger Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner gewonnen werden.

Landrat Dallinger: „Der Rhein-Neckar-Kreis arbeitet mit Hochdruck an der Schaffung einer durchgängigen Fahrradinfrastruktur und der Förderung einer nachhaltigen Radkultur. Mit vielen Maßnahmen und Initiativen im Landkreis – gerade jetzt wieder bei der Kampagne STADTRADELN, bei der alle Kreis-Kommunen am Start sind – wollen wir den Anteil an Fahrradnutzern auch im Alltags- und Berufsverkehr steigern. Neben einem gut ausgebauten, lückenlosen Radwegenetz gehört natürlich auch die Gewährleistung einer hohen Verkehrssicherheit dazu, mehr Menschen zu motivieren, aufs Rad zu steigen. Deshalb habe ich gerne die Schirmherrschaft für die Jahreskampagne des ADFC Rhein-Neckar übernommen, die mit spannenden Aktionen ein rücksichtsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmerinnen und
-teilnehmer einfordert.“

OB Dr. Peter Kurz: „Mannheim bietet bereits fast 300 Radkilometer Strecke und wir sind stetig dabei, unser Radnetz weiter auszubauen. Unser Ziel ist es, dass noch mehr Menschen das Rad nutzen: Das gelingt durch neue Abstellmöglichkeiten, durch Förderung von Zusammenhalt und Gemeinschaft beim STADTRADELN, durch Bezuschussung von Lastenrad-Käufen und durch Aktionen im Winter zum Thema Beleuchtung. Wir freuen uns, dass wir bei vielen weiteren Kampagnen mit dem ADFC einen kompetenten Ansprechpartner an unserer Seite haben und gemeinsam das Thema Verkehrssicherheit voranbringen.“

OB Prof. Dr. Würzner: „Verkehrssicherheit ist für die Stadt Heidelberg ein äußerst wichtiges Anliegen. Ich bin deshalb sehr dankbar, dass der ADFC uns als Stadtverwaltung mit seiner Informationskampagne dabei unterstützt, die Verkehrsteilnehmenden für eine gegenseitige Rücksichtnahme zu sensibilisieren und auf die Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung hinzuweisen. Denn Sicherheit im Straßenverkehr lässt sich nicht allein infrastrukturell oder durch verkehrsrechtliche Anordnungen lösen. Es bedarf letztendlich immer der gegenseitigen Rücksichtnahme und Toleranz jedes und jeder Einzelnen.“

Im Rahmen der Kampagne sind bisher die folgenden Bausteine in Planung:

Digitale Podiumsdiskussion (28. März, 19 Uhr)

An einen Impulsvortrag „Emotionen und Rücksicht im Straßenverkehr“ von Kai Schulte (Deutscher Verkehrssicherheitsrat DVR) schließt sich eine Diskussion an mit folgenden Teilnehmern:

  • Jürgen Schwarz (Taxifahrerverband Mannheim)
  • Hermino Katzenstein MdL (ADFC Rhein-Neckar)
  • Knud Jahnke (AG Fußverkehr Heidelberg, Kinderbeauftragter Heidelberg-Rohrbach)
  • N.N., RNV-Busfahrer*in

Die Moderation übernimmt Carsten Blaue (Rhein-Neckar-Zeitung).

Abstandsmessungen mit dem OpenBike-Sensor (Mai – August)

Der Open Bike Sensor ist ein Überholabstandsmesser am Fahrrad. Während der Fahrt misst er bei Überholvorgängen den Abstand (minus Lenkerbreite) und zeichnet die Fahrt via GPS auf. Die Messfahrten werden zwischen Mai und August durch ADFC-Aktive aus dem Kreisverband und den Ortsgruppen durchgeführt werden.

Pressearbeit

Monatliche Beiträge greifen Themen der Rücksichtnahme auf und werden den Medien der Region zur Verfügung gestellt sowie in den sozialen Medien platziert: https://rhein-neckar.adfc.de/artikel/kampagne-ruecksicht

Plakatwettbewerb für Schüler*innen

Zielgruppe sind Schüler*innen ab Klassenstufe 8. Wir suchen Plakate, die sich dem Thema „Rücksicht im Straßenverkehr“ positiv nähern. Ob ernst oder mit einem Augenzwinkern, das Plakat sollte einen Denkanstoß geben. Einsendeschluss für die Plakate ist der 15. Juli 2022. Für die drei besten Plakate, die eine Jury auswählt, gibt es ein Preisgeld von 300, 200 bzw. 100 Euro, zudem gibt es einen Online-Preis (150 Euro) für das Plakat mit den meisten Likes. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2022. Von September bis Dezember sollen die Plakate auf einer Wanderausstellung sowie im öffentlichen Raum gezeigt werden.

„Dankeschön-Aktion“ (Juni bis September)

Für rücksichtsvolles Verhalten im Verkehr, von Radfahrenden, Autofahrenden und Fußgänger*innen, gibt es eine „Dankeschön-Aktion“ mit kleinen Aufmerksamkeiten und freundlichen Postkarten.

Kulturaktion im öffentlichen Raum

Auf der „Kleinsten Bühne der Welt“ (ein oder zwei Europaletten) gibt es Aufführungen im öffentlichen Raum von Drama Light (Improtheater) und. Wordup (Poetry Slam), thematisch zur Kampagne passend. Parallel wird ein Ansprechpartner vom ADFC anwesend sein und die Passanten auf die Kampagne aufmerksam machen. Bisher geplant:

  • Schwetzingen: 7. Mai im Rahmen des Spargelsamstags
  • Mannheim: 25. Juni im Rahmen des Monnem Bike Festes
  • Heidelberg: Datum noch offen

Symposium „Rücksicht auf dem Weg zur Arbeit“ (Arbeitstitel, Herbst)

(in Vorbereitung)

Aktion „Mehr Licht“ (Herbst/Winter)

Mehrere Aktionsabende in der Region, dabei wird auf die unter Umständen lebensrettende Bedeutung der Sichtbarkeit durch gute Fahrradbeleuchtung und reflektierende Bekleidung hingewiesen, aber auch auf die zunehmende Gefahr durch schlecht eingestellte und deshalb blendende LED-Beleuchtung hingewiesen. Falsch eingestellte Beleuchtung kann vor Ort korrigiert werden.

Zum Dossier der Jahreskampagne: https://rhein-neckar.adfc.de/artikel/kampagne-ruecksicht

 


https://rhein-neckar.adfc.de/neuigkeit/ruecksicht-im-verkehr-da-geht-noch-mehr-jahreskampagne-des-adfc-rhein-neckar

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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